SOIL arbeiten an ihrer ersten neuen Musik seit 13 Jahren
Soil stehen kurz vor der ersten neuen Musik seit dreizehn Jahren, und Tim Kings Schilderung der Entstehungsphase zeigt eine Band, die nach langer Pause nicht nostalgisch zurückblickt, sondern ihren eigenen Kern neu justiert hat. Nach der Europa‑Tour 2024 zog sich die Gruppe 2025 vollständig zurück, schrieb per Zoom, tauschte Riffs und Ideen digital aus und fand erst im Studio wieder in jene physische Präsenz, die den klassischen Soil‑Sound ausmacht. King beschreibt diesen Moment wie ein Einrasten: die vertrauten Instrumente, die unverhandelbaren Töne, das Beharren auf der eigenen Klangidentität, die seit „Scars“ und „Halo“ unverwechselbar geblieben ist. Adam Zadel kommt mit seinem Kemper, King mit dem Bass, der auf jedem Album außer dem Debüt zu hören ist, und der Produzent erkennt sofort, dass hier nichts modernisiert, sondern nur präzise reaktiviert wird. Die Sessions im historischen Sienna Studio in Nashville wirken wie ein bewusster Schulterschluss mit der eigenen Vergangenheit, ohne in ihr stecken zu bleiben. Gleichzeitig bereitet sich die Band auf ein intensives Tourjahr vor, nachdem 2025 komplett ohne Live‑Aktivität blieb: eine US‑Runde mit Nonpoint, Festivalauftritte, erneute UK‑Pläne, alles flankiert von der bevorstehenden Veröffentlichung des neuen Materials.
Die lange Phase der Rückschau — „Restoration“, „Play It Forward“, „Scream: The Essentials“ — endet damit endgültig. Dass Ryan McCombs seit 2023 parallel wieder bei Drowning Pool aktiv ist, scheint die Dynamik nicht zu stören; vielmehr wirkt Soil wie eine Band, die gelernt hat, mit Fragmentierung zu leben und trotzdem geschlossen zu klingen. Die neue Musik entsteht aus dieser Spannung: digital vorbereitet, analog verankert, getragen von einer Klangästhetik, die sich weigert, verwässert zu werden. King beschreibt es wie ein „bowl in a china shop“-Moment — ein selbstbewusstes Wiederauftreten, das nicht fragt, ob die Welt auf Soil gewartet hat, sondern einfach wieder da ist.
