NEUROSIS überrascht mit dem ersten neuen Album seit zehn Jahren:
„An Undying Love For A Burning World“
Neurosis melden sich nach zehn Jahren Stille mit einem Paukenschlag zurück: „An Undying Love For A Burning World“ erscheint völlig überraschend und wirkt wie ein Manifest aus Notwendigkeit, Katharsis und künstlerischer Wiedergeburt. Die Band beschreibt das Album als Ergebnis eines inneren Drucks, der sich über Jahre angestaut hat – persönliche Krisen, gesellschaftliche Zerrüttung, Isolation, Angst, der ökologische Kollaps. All das fließt in eine Musik, die Neurosis seit jeher als Überlebensstrategie begreift. Nicht als Hobby, nicht als Nostalgie, sondern als existenziellen Akt. Der neue Longplayer entfaltet sich als monumentale, hypnotische Reise, in der Schönheit und Zerstörung untrennbar ineinandergreifen. Besonders prägend ist die Aufnahme von Aaron Turner, dessen Stimme und Gitarrensprache sich organisch in das Neurosis‑Gefüge einfügen, als wäre er schon immer Teil des Organismus gewesen. Turner selbst beschreibt die Zusammenarbeit als Rückkehr zu einer Quelle, die ihn seit drei Jahrzehnten prägt. Seine Präsenz verstärkt die eruptive, ungezähmte Energie des Albums und öffnet neue Räume innerhalb des vertrauten Neurosis‑Kosmos. Aufgenommen wurde das Werk in konzentrierter Form über drei Winterwochenenden in Seattle unter der Leitung von Scott Evans, gemischt nur wenige Wochen vor Veröffentlichung.
Diese knappe, unmittelbare Produktionsweise spiegelt sich im Klang wider: roh, drängend, ungeschönt und dennoch voller Tiefe. Die Rückkehr auf die Bühne erfolgt an einem Ort, der kaum symbolträchtiger sein könnte: Fire In The Mountains, auf dem Land der Blackfeet Nation in Montana. Für Steve Von Till ist es der einzig richtige Rahmen – ein Festival, das Musik als rituelle, gemeinschaftliche Erfahrung versteht und sich explizit mit Themen wie Trauma, Verlust und Heilung auseinandersetzt. Neurosis’ Auftritt dort markiert nicht nur ein Comeback, sondern eine bewusste Wiederverankerung im Kern dessen, was diese Band seit vier Jahrzehnten ausmacht: die Konfrontation mit Dunkelheit, um daraus etwas Menschliches, Verbindendes und Wahrhaftiges zu formen. „An Undying Love For A Burning World“ wirkt wie ein notwendiger Atemzug nach langem Schweigen – ein Werk, das Neurosis nicht neu erfindet, sondern ihre Essenz mit neuer Dringlichkeit freilegt.
