FILTERs neues Album „The Antidote“

ist laut RICHARD PATRICK „so gut wie fertig“



Filter nähern sich mit „The Antidote“ der Zielgeraden, und Richard Patrick beschreibt ein Album, das aus einem Überfluss an Material heraus destilliert wird: achtzehn Songs, reduziert auf zwölf, ein Prozess, der weniger nach Kürzung klingt als nach einer bewussten Verdichtung dessen, was Filter im Jahr 2026 ausmacht. Patrick spricht mit spürbarem Stolz über die neue Platte, die im Herbst erscheinen soll, und zeichnet ein Bild von einer Arbeitsweise, die zwischen völliger Eigenständigkeit und intensiver Kollaboration pendelt. „Snakes in the Grass“ entsteht allein, während Stücke wie „Hell in My Head“ und „Panic Mode“ aus der engen kreativen Verbindung mit Sam Tinnesz hervorgehen, einem Freund, dessen lyrische und melodische Handschrift Patrick offen schätzt. Diese Mischung aus Isolation und Austausch wirkt wie ein Spiegel seiner gesamten Karriere: ein Künstler, der immer wieder zwischen Kontrolle und Öffnung navigiert, zwischen persönlicher Handschrift und dem Impuls, andere Stimmen in sein Universum zu lassen. Parallel dazu bleibt Patrick als Komponist aktiv, schreibt Filmmusik, arbeitet an Western‑Scores, taucht in Soundtracks ein — ein kreatives Nebenfeld, das seine Hauptarbeit bei Filter nicht verwässert, sondern erweitert. Die Vorgeschichte von „The Algorithm“, mit all seinen Titelwechseln, Konzeptverschiebungen und Neuorientierungen, zeigt, wie sehr Patrick seit Jahren versucht, die politische, soziale und persönliche Zerrissenheit seiner Zeit in Musik zu übersetzen.

 

„The Antidote“ wirkt nun wie der Gegenpol: weniger Chaos, mehr Klarheit, ein Versuch, aus der Fragmentierung heraus eine Antwort zu formen. Patrick bleibt der Motor von Filter, geprägt von drei Jahrzehnten musikalischer Grenzgänge, von der frühen Nine‑Inch‑Nails‑Phase über die Platin‑Erfolge von „Short Bus“ und „Title of Record“ bis hin zu den späteren, oft unterschätzten Alben, die seine Beharrlichkeit dokumentieren. Die neue Platte entsteht aus dieser langen Linie heraus, getragen von Erfahrung, Überzeugung und dem ungebrochenen Willen, weiter nach vorn zu schreiben. „The Antidote“ kündigt sich als Werk an, das nicht nur ein weiteres Kapitel ist, sondern ein bewusst gesetzter Gegenimpuls — ein Versuch, Ordnung in die innere und äußere Überlastung zu bringen, ohne die Schärfe zu verlieren, die Filter seit jeher definiert.



21.03.2026 By Editorial Team © Metal-Division Magazine

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