Ex-QUEENSRŸCHE Frontmann GEOFF TATE lobt seinen Nachfolger
TODD LA TORRE: „Er ist ein wirklich wundervoller Sänger.“
Geoff Tate beschreibt seinen Besuch bei Queensrÿche in Kopenhagen als eine Erfahrung, die gleichzeitig vertraut und vollkommen fremd war. Er sagt im Interview, dass er dort zum ersten Mal die Band ohne sich selbst gesehen habe und dass er direkt an der Absperrung stand, während Todd La Torre ihn beim Betreten der Bühne begrüßte mit den Worten: "Hey, good to see you, man. Stick around. I'm gonna blow you away." Tate erzählt, dass La Torre sein Versprechen einlöste und dass es seltsam war, die eigenen Songs von jemand anderem zu hören, besonders weil Todd, wie Tate sagt, "sounds a lot like me". Dieses Gefühl, sich selbst durch eine andere Stimme gespiegelt zu hören, beschreibt er als etwas, das er kaum in Worte fassen kann, eine Mischung aus Stolz, Irritation und einer Art außerkörperlicher Wahrnehmung. Er spricht auch darüber, dass er keinen Kontakt mehr zu seinen ehemaligen Bandkollegen hat und dass die Trennung rückblickend einer der unglücklichsten Momente seines Lebens war. Er sagt: "It's probably one of the most unfortunate things in my life, is how messy that breakup became." Gleichzeitig betont er, dass es heute abgeschlossen sei, Wasser unter der Brücke, und dass er stolz auf die drei Jahrzehnte gemeinsamer Arbeit ist. Die rechtliche Einigung, die ihm die exklusiven Live‑Rechte an Operation: Mindcrime gab und der Band den Namen Queensrÿche, sieht er als pragmatische Lösung, auch wenn er anmerkt, dass niemand kontrolliert, ob die Band mehr als drei Songs des Albums spielt.
La Torre schildert dieselben Begegnungen aus seiner Perspektive als überraschend entspannt und respektvoll. Er erinnert sich daran, wie Tate nach einem Auftritt zu ihm kam und sagte: "Wow! You're amazing!" und wie er selbst Tate gegenüber betonte, dass dieser einen ikonischen Stil geschaffen habe, den er nur weitertrage. Beide sprechen darüber, wie die Medien jahrelang versucht haben, Konflikte zu schüren, und wie befreiend es war, sich einfach normal zu begegnen. Sie machten sogar ein gemeinsames Selfie, das nie veröffentlicht wurde, weil keiner von beiden die Situation ausnutzen wollte. Am Ende entsteht das Bild zweier Musiker, die dieselbe Geschichte teilen, aber längst auf getrennten Wegen weitergehen, ohne Groll, ohne Pose, eher mit einer leisen Anerkennung dessen, was war. Tate hört sich selbst durch einen anderen, La Torre singt die Songs eines Idols, und beide scheinen in dieser Spiegelung eine unerwartete Ruhe gefunden zu haben.
